Entspannt durch die Vorweihnachtszeit – Anleitung zur konstruktiven Langeweile

Häufig treibt das anstehende Weihnachtsfest die Menschen in der dunklen Jahreszeit an, den Terminkalender vollzustopfen, hektisch nach Geschenken für Verwandte und Freunde zu suchen und alles, auch die Gesundheit, noch vor dem Fest in den Griff zu bekommen.
Doch wie können Sie in der Hektik der Vorweihnachtszeit noch zur Ruhe und Besinnlichkeit finden? Und damit sich, Ihrem Körper und somit Ihrem gesamten sozialen Umfeld etwas Gutes tun?
Gerade während der kurzen, nicht besonders hellen Tage, ist unser Körper weniger Leistungsbereit und ermüdet schneller. Geben wir diesem Ruhebedürfnis keinen Raum, schwächt das unser Immunsystem und der Körper wird sich früher oder später die Zeit der Ruhe ohnehin holen.

 

Wenn sich Zeiten des Müßiggangs nicht von selbst auftun, dann planen Sie diese bewusst in Ihren Alltag mit ein. Zum Beispiel, Terminkalendereintrag:
  • „Treffen mit mir selbst  – von 16:30 Uhr bis 17 Uhr“ oder
  • „Bewusst Nichtstun – sich der Langeweile hingeben – 19:30 Uhr bis 20:00 Uhr“.

 

Und das am Besten täglich oder mindestens 2-3 Mal pro Woche.
Machen Sie in dieser halben Stunde bewusst nichts, worauf Sie sich speziell konzentrieren müssten, wie über ein spezielles Problem nachdenken und auch keine Übung, bei der Sie ein bestimmtes Ziel erreichen wollen (eine bestimmte Gehstrecke erreichen, einen Ort erreichen, eine bestimmte Anzahl an Übungswiederholungen schaffen, einen bestimmten meditativen Zustand erreichen oder eine bestimmte Art der Aufmerksamkeit erreichen) .
Aber auch nichts, dass Ihre Aufmerksamkeit und Ihren Gedankenfluss lenkt, wie ein Buch lesen, durch die Social Media Kanäle durchscrollen oder Fernsehen.
Um das Gefühl zu bekommen, innerlich zur Ruhe zu kommen, braucht es eine bewusste Zeit des „nicht-effektiven“ Daseins – ansonsten sind wir zwar ähnlich effektiv, wie eine Maschine aber auch gleichzeitig ähnlich geistreich wie diese 😉 Das beschreibt Henning Beck sehr schön in seinem Buch „Irren ist Nützlich“.
Was machen Sie nun also am Besten konkret in der halben Stunde für sich selbst? Es sind auch hier ganz einfachen Dinge:
  • stehenbleiben, so tun als würde man auf jemanden warten und einfach nur die Menschen oder die Natur beobachten
  • hinsetzen, Kaffee trinken und die Menschen um sich herum oder die eigenen Gedanken beobachten
  • eine Kerze beobachten
  • Essen oder ein Getränk genießen (es muss ja nicht unbedingt etwas hoch kalorienreiches sein)
  • eine kleine nette Unterhaltung führen (vielleicht mit jemand Fremden?)
  • sich dem Tagträumen hingeben, Gedanken die kommen, kommen lassen (umso häufiger Sie diese Übung machen, desto weniger intensiv werden alte Gedanken Macht über Ihre Gefühle haben)

 

Was wird passieren wenn Sie so üben:
  • Sie werden generell entspannter durch den Alltag gehen (weniger Muskelverspannungen und auch mental)
  • Sie üben die Fähigkeit eine Beobachterrolle einzunehmen, welche im Alltag in verschiedensten Situationen von Nutzen sein kann
  • zunehmende Entspannungsfähigkeit führt zur Reduzierung der Reizbarkeit und somit auch zu einer geringeren Schmerzsensibilität¹
  • ihr Nervensystem kann in dieser Zeit, die durchaus als langweilig empfunden werden kann, wichtige Dinge des Tages oder aus der weiteren Vergangenheit rekapitulieren, sich sortieren und im Idealfall zur Ruhe finden
  • es wird Ihnen wahrscheinlich nicht so vorkommen, als sei die Zeit bis Weihnachten „wie im Fluge“ vergangen

 

Auch Bewegungsübungen können helfen zur Ruhe zu finden. Seien Sie dabei aber nicht zu streng zu sich selbst. Versuchen Sie dabei nicht unbedingt etwas erreichen zu wollen. Genießen Sie einfach die Übung und lassen ihre Gedanken und Aufmerksamkeit frei durch ihren Körper wandeln. Ich empfehle dazu am liebsten Qi Gong Übungen. Die ruhigen und sanften Bewegungen sind leicht auszuführen, beruhigen den Atem und den Geist. Einerseits ist die Aufmerksamkeit an die monotone Übungsausführung gebunden, hat dabei aber reichlich Spielraum abzuschweifen und sich mit sich selbst zu beschäftigen oder den Körper wahrzunehmen, was letztlich auch hilft, zur Ruhe zu finden.

 

Probieren Sie es am Besten gleich mal aus:
 In meinem online Kurs lernen Sie, wie Sie mit Qi Gong ihre Faszien trainieren und mehr zu sich finden. 
Wer im Raum München wohnt, kann gerne in meine regelmäßige Qi Gong Stunde im Zen-To-Go kommen oder den Workshop im Dezember dort besuchen.